Aus einer Schnaps- Hundekuchen- Schnupftabaklaune heraus immatrikulierte ich mich kürzlich spontan für einen Yogakurs. Mit buddha-artiger Geduld lasse ich seither Unkenrufe und Hippiewitze an mir abperlen und schreite triumphierend einmal pro Woche zu meiner Yogastunde, die ich alleine unter Damen aller Alters- und Dehnbarkeitsklassen verbringe. Seither plagen mich aberwitzige Muskelkater im unteren, oberen und mittleren Rücken- sowie Bein-, Arm- und Schulterbereich. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass mir lediglich meine Haare als einzig muskelkaterlose Körperpartie geblieben sind. Ich genieße es trotzdem.

Guru to the Fullest!

Das Sahnehäubchen einer jeden Yoga ist das hirnmassierende Tönen des Oms, dem ich dank ausgiebiger Whiskey-Touren durchs wilde Schottland der 80er Jahre einen bisher noch fehlenden Subbass-Sound hinzufügen darf. Zum Ende hin wird ein Mantra gesungen, in dessen Text ziemlich oft das Wort “Guru” wiederholt wird. Ich tue mir schwer mit dem Text, trotzdem ist es sehr entspannend.

Mit der Begeisterung für diesen Seelen-Sport ist auch ein erhöhtes Interesse an der indischen Kultur im Allgemeinen sowie dem Essen und der Musik im Besonderen erwacht. Fernab des recht monotonen Meditations-Wallawallas wurde mir ein Kleinod der indischen Musikgeschichte in meinen Tapeschrank gespült, das es mit hiesigen Schrulligkeiten mehr als aufnehmen kann. Die Compilation “Play that Beat Mr. Raja – Selected Oddities from the Tamil Film Industry” ist eine Schatztruhe an erbaulichen Abstrusitäten. Wer dazu meditiert, ist wahrhaft erleuchtet. Band ab!


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins