Biographie

Der folgende Text stellt einen Auszug aus der noch unveröffentlichen Biographie des Doktors dar. Betitelt mit “Die ganze Warheit - Diggen als Ausweg”. Es berichtet ein entfernter tschechischer Verwandter des Doktors aus weiter Entfernung über das Leben des Hobby-Sitaristen.

The early years

Geboren wird der junge Diggins in den 40er oder 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein genaues Datum kann bis zum heutigen Tage von keinem der Beteiligten bestimmt werden. Allen voran der Doktor selbst, der seine Erinnerungen an die eigene Geburt jedoch als “durchaus angenehm” beschreibt. Nach dem Abbruch seiner schulischen Karriere in der 5. Klasse, beginnt für den damaligen Hobby-Geographen ein Lebensabschnitt des Globetrottens.

Auf seiner Reise in die entlegensten Gebiete des Erdballs nimmt seine musikalische Erziehung ihren Lauf, die durch die frühkindliche Prägung seiner beiden panflötespielenden Eltern aus der Bahn zu kippen gedroht hatte. Unter schlimmen Verwünschungen selbiger Instrumente bricht er auf in eine Welt voller musikalischer Geheimnisse, die es für ihn zu entdecken gilt.

The international years

Er verbringt zunächst einige Jahre in einem ungarischen Wanderzirkus. Dort fungiert er neben Kartenabreißer und Hahnenpfleger auch als Alleinunterhalter zur musikalischen Untermalung der im Zirkus ausgetragenen Hahnenkämpfe. Musikalisch prägt dieser Lebensabschnitt den damaligen Kettenraucher indem er seine Liebe zum Fender Rhodes Piano entdeckt. Durch ihre Klänge versetzt er die anwesenden Dorfbewohner während der Vorstellungen in Extase. Die Art von Extase, wie man sie nur in ungarischen Dörfern während eines guten Hahnenkampfes erlangen kann.

Später lebt der damalige Sexsüchtige für einige Zeit im Kreise von haitianischen Ureinwohnern, um laut eigener Aussage deren simple sowie extatische Rythmen zu studieren. Unterbrochen wird dieses Experiment jedoch nach 4 Monaten durch eine plötzliche Erkrankung, deren Symptome erstaunliche Ähnlichkeit mit den Anzeichen für Gonorrhö aufwiesen. In Haiti erhält er auch seinen Künstlernamen “Diggins”, was auf Haitianisch etwa soviel bedeutet wie “großer behaarter Mann, der beim Wasserlassen wilde Schreie ausstößt”. Glücklicherweise ist diese Übersetzung außerhalb Haitis nur wenigen Menschen bekannt und der Name konnotiert hauptsächlich auf einer anderen Ebene.

In den 60ern verbringt er einige Jahre im “Swinging London”, wo er sich durch Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Der damalige Mod ergründet vor allem die Gitarren-lastige Musik der Zeit und prägt die Musikszene der Zeit laut eigener Aussage entscheidend durch Spontan-Konzerte in Kaufhäusern.

Never get high on your own supply

Ende der 80er dann der Absturz. In der gesamten, westlichen Welt erschallt der Dirty Dancing Soundtrack und Bon Jovi veröffentlichen New Jersey. Dr. Diggins zweifelt an sich und der Menschheit. Zuerst versucht er, dem Zeitgeist den nackten Arsch zu zeigen und veransteltet Ein-Mann Gegendemonstrationen auf denen er “Atomkraft? Ja, Bitte!”-Sticker verteilt, aber erfolglos. Nachdem der Dirty Dancing Soundtrack nach vier Wochen an der Spitze der deutschen Charts von More Dirty Dancing abgelöst wird, bricht die Welt für den damaligen Balalaika-Spieler zusammen.

Er schließt sich in seinem Appartment ein und beginnt, sich mittels massiven Drogenmißbrauchs und The End von den Doors zurück ins Jahr 1967 zu schicken. Nach 9-einhalb Wochen Rauschzustand wird er auf 42 Kilo abgemagert von einer geruchsempfindlichen Nachbarin endteckt und schließlich in eine schweizer Entzugsklinik eingewiesen. Nach intensiver Entziehungskur beschliesst er, sein Leben wieder bei den “Cojones” zu packen.

A new dawn

Nach Entlassung aus der schweizer Klinik findet der Doktor zurück zu seinen Wurzeln. Er entdeckte die selbstheilenden Kräfte des Diggens. Basierend auf den Erlebnissen seiner Reisen, den Grundfesten seines Glaubens an die Musik sowie auf einigen psychedelischen Alpträumen während seiner Drogenexzesse entwickelte der damalige Hobby-Harmoniumist seine heutige Weltanschauung.

Neben Forderungen wie “Totale Massenverschrullung” und “Diggt Euch frei”, vertritt er in seinem Manifest “Diggen - Die reine Lehre” auch die Meinung auf Unterwäsche vollkommen verzichten zu müssen. Im Gegensatz zu den restlichen Forderungen, wird er diese in einer späteren Überarbeitung widerrufen.

Return of Django

Nach seiner Rückkehr und der Aussöhnung mit den Eltern, denen Dr. Diggins die Hauptschuld am Werk Edward Simonis zuschreibt, gründet er einen Club, diverse Plattenlabel und einige Radiostationen, die jedoch nahezu alle scheitern sollten. Nicht etwa aufgrund mangelnder musikalischer Qualität. Vielmehr beruhte der Großteil seiner damaliger Geschäftstaktiken auf den Lebenserfahrungen eines ungarischen Zirkusdirektors und erwiesen sich zum rauhen Musikbusiness als nicht kompatibel.

Teaching you no fear

Verstört und gekränkt durch die negativen Erfahrungen zieht er sich zuhnemend ins Private bzw. in die Lehre zurück. Heute - nach gefühlten siebzig Jahren Musikerfahrung - unterrichtet Dr. Diggins an einer zweifelhaften Musikhochschule “The fine Art of Diggin”. Nebenbei ist drdiggins.com, sein musikalisches Tagebuch, für Ihn zu einer Art Vermächtnis geworden. Ein “liebenswertes Furunkel am herrlichen Hintern der Musikwelt”.

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