Weder von ABBA, noch von Miss Li dürfen wir erfahren, wie sich Schwedisch im Lied anhört. Doch zum Glück gibt es Lasse Dahlquist. Mit nordischer Heißblütigkeit besingt er in Jolly Bob från Aberdeen a) einen gewissen Bob und b) die schottische Küstenstadt Aberdeen, was ich für sehr bemerkenswert halte, zumal diese vor dem Öl-Boom in der Nordsee wohl noch weniger Publicity gehabt haben dürfte als heute. Musikalisch interessant ist die Adaption von Yankee Doodle Dandy und die Vorahnung eines Insel-mit-zwei-Bergen-Motivs. In diese Richtung weißt auch das lässige Pfeifchen. Und Segelboote und Kapitänsmützen ließen unsere Herzen sowieso seit Kindesbeinen an höher schlagen!
Plattenkiste von brassed-off
Unwirkliche Farben, unbenutze Instrumente, enigmatischer Backgroundchor und geile Beinarbeit vom Gitarristen. Freund Matthias hat’s gefunden.
Eigentlich wollte ich das schon heute morgen posten, um die Lieben hier auf den Advent einzustimmen. Aber es gilt ja noch. Also, genießt die genialen Reime:
“… Santa baby, a ‘54 convertible too - light blue …”
Some more eggnog, please!
Eine große Quelle der Inspiration
ist immer die Radiosendung Sonntagsrätsel
auf Detuschlandradio Kultur am
Sonntagvormittag. Wenn einem mal die Schätzchen dort nicht schon
löffelfertig serviert werden, dann bekommt man mindestens
fruchtbaren Input für weiters Stöbern. Auslöser für
regelrechte Youtube-Lawinen, sozusagen.
Von Theo Lingen
führte das rasante Brausen dann
schließlich zu Efim Schachmeister mit seinem
Jazz-Symphonie-Orchester. Ja, bei den
Hottentotten heißt der Titel, der ins Auge sticht.
Man wittert Kolonialdünkel und politische Unkorrektheit. Und
tatsächlich: “… Du darfst die schwarzen Puppen
beim Tanzen nicht betuppen …“ und “…
Ganz ohne Hemd und Socken und mit geölten Locken, am Bauch
Bananenglocken …“. Darf einen so etwas
amüsieren? Doch dann die Entwarnung. Efim Schachmeister war, wie
der Name nahelegt, Jude, sogar selbst Verfolgungsopfer, und ist somit
über jeden Rassismusvorwurf erhaben – der darf das.
Danach schweift der Blick nach rechts
(im Browserfenster versteht sich), zur Rubrik Ähnliche
Videos. Sapperlot! Was wird denn da geboten! Habe ich mich
neulich noch über die Rilkepreis-verdächtigen lyrics von Klaus und Klaus wündern dürfen,
so scheine ich jetzt auf eine
wahrhaftige silly titles Bonanza gestoßen zu sein:
* Mein Papagei frisst keine harten Eier
* Ich fahr mit meiner Klara in die
Sahara
* Tante Paula liegt im Bett und ißt
Tomaten
* Mein Bruder macht im Tonfilm die
Geräusche
* Ich steh mit Ruth gut
* Liese, komm mit auf die Wiese
Einen weiteren Kleinod entdecke ich auf
den Abbildungen der betreffenden Schallplatten. Die meisten
Interpreten legen dort Wert auf den Zusatz „mit deutschem
Refraingesang“. Da weiß man, was man bekommt. Das ist fast so
gut wie
Police Squad – IN COLOR. Enjoy:
In einem Interview in den Stuttgarter Nachrichten vom 03.09. diesen Jahres wurde dem Grand Old Man der lokalen Skaradio-Szene Matthias H. die Aussage zugeschrieben, der Tanz [d.h. Ska] sehe aus wie Skigymnastik. ( Quelle: http://frs.kumbi.org/plus/pressespiegel/pr_52.php ).
Wie ich sicher weiß, distanziert sich Herr H. von diesem Vergleich. Abgesehen davon gibt es die wahre Skigymnastik hier:
Dieses Schätzchen habe ich mal auf dem Endlostape des Freien Radios gefunden.
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