Niemand ist mehr sicher. Überall Explosionen, Staus und unmoralische Angebote. Das Fernsehen, der Marktschreier und die Nachbarn aus der Wohnung drüber klagen unentwegt von unsicheren Zeiten. Der Mensch flieht ins Vertraute. Wo eben noch die Experimentierfreude Mann und Staubsauger gemeinsam in die Dunkelkammer lockte, verpufft heute die Lust am Aufregenden im Vakuum des Althergebrachten. Cocooning statt Canyoning, Fahrradhelme statt Fliegenpilzragout. Vielleicht ist das der Grund, warum der Trend zum Cover ungebrochen ist.

Die guten ins Töpfchen…

Keine noch so waghalsige Version, die nicht schon irgendwo abgeliefert wurde. Ob Guns N’ Roses am Xylophon, Scorpions auf der Panflöte oder Tetris auf der Laser Harp - you name it! Alles schonmal dagewesen. Die Herausforderung beim Fischen im Coverteich besteht eben darin, lediglich die Filetstückchen heraus zu angeln. Wie einst das olle Aschenputtel zwingt mich eine innere, böse Schwiegermutter zum Herauspicken der guten und schönen Coverversionen.

Blechblasboom from the dirty South

Somit darf ich mich am heutigen Tage mehr als glücklich schätzen, meiner treuen Leserschaft the Filetstückchen to pity all Filetstückchen zu servieren. Was beginnt wie ein Trauermarsch ist nämlich die tanzbarste und arschwackelndste Version von Sweet Dreams direkt aus New Orleans. Die Soul Rebels Brass Band serviert ein Blechblasgewitter aus dem schwarzen Herz des Voodoo, wie gemacht zum Sorgenvergessen. Herrlich ist’s, wenn Altbekanntes im Messingschein polierter Posaunen und Trompeten neu erstrahlt. Band ab!


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins