Heute würdige ich ein Lied, das einen von mir jahrzehntelang gehegten Wunsch in Erfüllung gehen ließ. Für die Verwirklichung jenes Ansinnens benötigte es keinerlei Glücksfeen, Erzengel oder ähnlichen spirituellen Tinnef. Zwei knuffige Tanzbären sollten sich in diesem Fall als die holden Schmiede meines Glückes entpuppen. “Just gimme the facts” mag an dieser Stelle manch’ ungeduldiger Leser brüllen. Gut, bitteschön, kommen wir zu den harten Fakten…

Die Quellen der Leidenschaft

Wie die mächtige Donau, jene europäische Lebensader, auf der ich nach dem abrupten Ende meiner grausamen Wanderjahre in einem drittklassigen “Zirkus” gen Westen floh, so speiste sich auch mein sehnsüchtiger Wunsch aus zwei recht unterschiedlichen Quellen. An erster Stelle ist hier meine nicht enden wollende Leidenschaft zur Steeldrum zu nennen - ich berichtete Dir bereits ausschweifend über meine Liebe zu den knallharten Pfännchen. Bei der zweiten Quelle handelte es sich um meine tiefe Zuneigung zur elektronisch hergestellten Musik.

So trug es sich zu, dass ich mir tagein und tagaus in meiner kleinen Zitadelle Mansardenwohnung nichts sehnlicher wünschte, als eine Verbindung eben dieser beiden Edelmetalle zu einem musikalischen Ring des Nibelungen. Nächtelang lag ich in meinem blauen Frottee-Schlafanzug auf dem Balkon und träumte von einem Lied, ebenso minimal wie melancholisch – doch blieb mir die Erfüllung meiner Frottee-geschwängerten Träumereien stets verwehrt. Bis schließlich vor einigen Wochen ein paar Steine ins Rollen gerieten.

Es war Liebe auf den ersten Kick

Was war geschehen? Nun, das höchst erbauliche Debutalbum der 2 Bears mit dem darin enthaltenen Lied Church hatte über verschlungene Pfade den Weg auf meinen Plattenteller gefunden. Welch’ Ohrenschmaus vernahmen meine ach so geplagten Hörmuscheln? Ein Track, der von mir unverzüglich und vollkommen zurecht über den flimmernden Dächern der Stadt als Elektronen-Hymne ausgerufen wurde. Ein Track, der es versteht auf subtilste Art und Weise die Stahltrommel in sein Soundgeflecht einzuweben als sei er das goldene, elektronische Flies.

Was kann man in solch’ einer freudigen Stunde noch zu Papier bringen? Nichts, außer vielleicht den Hinweis, dass ich seit jener historischen Begegnung tief und fest an die Kraft der Träume und der Glücksbärchis glaube. Soweit die harten Fakten. Zu guter Letzt möchte ich Dir eben dieses goldene Flies als Zeichen meines erstärkten Glaubens ganz nah an die Ohrmuschel legen. Zieh es an, schmeichle Dich hinein, lass Dich von den zwei Bären mal ordentlich durchkuscheln. Tape ab!


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins