Duftkerzenmassenware aus China verrümpelt meinen olfaktorischen Stauraum! Beißend süßlicher Geruch von Industrieglitzerkerzen und anderem Gepränge der Dekomafia rückt sich ins Bild und betäubt meine Geruchsrezeptoren. So wie Geschmacksnerven durch den Konsum zu vieler Glutamatderivate veröden, so kann auch die Nase an zu vielen kitschigen Lavendelduftimitaten aus dem Gruselkabinett der Einrichtungshäuser an Reizüberflutung zu Grunde gehen.

Too much, too much…

Das Gehirn, der Empfänger der duftenden Grußbotschaften, schrammt somit täglich am Risiko einer DOS entlang. Synapsen treten in Generalstreik und weigern sich, neue Verbindungen untereinander zu knüpfen. Ein Samstagnachmittag in einer vorweihnachtlichen Fußgängerzone ist wie der Kessel von Verdun für unseren Denkapparat, der irgendwann die Zugbrücke hochzieht und den Annahmestopp neuer Reize verordnet. Doch die Nase ist nur einer von mehreren Angriffspunkten auf das Bollwerk unseres Verstandes.

Entschuldigung, Ohr!

Der Vermüllung der Organe den Kampf ansagen”, so lautet die Parole. Gerade das Ohr, dieser Kurfürst unter den Sinnesorganen bedarf besonderer Fürsorge und Pflege. Edelmütig wie ein Bernhadiner nimmt es Entschuldigungen für Gehörgangsvermüllung dankend an. Nach einem Wochenende auf den Eckgestängen eines Autoscooters, vollgeballert mit dem Bodensatz der Musikindustrie ist beispielsweise ein Esslöffel voll Brian Diamond and the Cutters als Frischzellenkur fürs Öhrchen zu empfehlen. In diesem Sinne: bedanke Dich mal wieder bei Deinen beiden geduldigen Lausch-Organen und tu’ ihnen was Gutes… Shake, shout & go!


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins