Es ist an der Zeit ein völlig natürliches Musikinstrument zu würdigen, dessen Magie sich aus seiner gottgegebenen Einfachheit speist. Gleich dem Drang des Neugeborenen zur Brust der Mutter, so wird uns auch dessen Beherrschung als eine Art Urinstinkt mit in die Wiege gelegt. Wie bereits der kapitalistisch korrumpierte Titel des Tapes schamlos enthüllt, ist mein heutiger Essay der Klatschung gewidmet.
Tiefer Dank dem Affenmensch
Was mögen die Motive des allerersten Claquers gewesen sein? Was mag jenen Einstein unter unseren primitiven, muffelnden Vorfahren nur dazu bewegt haben, seine beiden Pranken als Rhythmussektion zu entfremden? Es verbleibt ein ungelöstes Rätsel. Eines scheint mir jedoch absolut klar: Wir sind diesem vermutlich vollkommen behaarten Affenmenschen zu tiefstem Dank verpflichtet. Denn ist die Klatschung nicht das Salz so vieler musikalischer Süppchen?
In manch’ einer Fuge des musikalischen Parketts hat sich die Klatschung gar in den Rang eines vollwertigen Instruments aufgeschwungen. Im Flamenco beispielsweise, aber auch in den unendlichen Abgründen des Musikantenstadls. Doch egal in welche Stilrichtung man auch horcht, stets wird die Klatschung durch ihre hypnotische Aura begleitet.
Affengeile Tiefenwirkung
Zur Verdeutlichung dieser charismatischen Wirkung will ich ein Lied ins Tapedeck spannen, das nicht nur klatschtechnisch auf höchstem Niveau rangiert sondern auch noch einen Titel trägt, der sich gewaschen hat: Let’s go pony, vorgetragen von den Routers. Eine instrumentale Perle der 60er Jahre, die uns gleich zu Beginn mit fulminanten Klatschungen entzückt. Also bitte mit Vorsicht genießen oder einfach leidenschaftlich mitclappen. Lass rollen…
Tape als MP3
Yours truly

9x
…schon aufgesprungen und bewegt!