Hurra wir leben noch! Die größte Krise seit Adolf multipliziert mit Dieter Bohlen hat die Welt wieder aus dem Schwitzkasten entlassen. Blinzelnd kriecht man aus den Trümmern und bemerkt verblüfft, dass die Vöglein doch noch zwitschern. Was, nachdem man sich den Staub abgeklopft hat, zurück bleibt, ist das Gefühl der inszenierten Panikmache. Pessimisten mögen behaupten, die Massen wurden mal wieder von “denen da oben” in Angst und Schrecken versetzt, um weiterhin klein gehalten zu werden. Aber solcherlei Dünkel sind nicht mein Stil.

Sieben trifft sieben

Denn auch mein so geliebtes Metier der Musik ist erfüllt von Untergangspropheten. Beispielsweise hatte die Rasta-Bewegung, die mit Vorhersagen zum Weltuntergang ähnlich offen umgeht wie die Zeugen Jehovas, bereits am 7. Juli 1977 zum musikalischen Exodus eingeladen.

Laut Marcus Garvey und Joseph Hill, dem Sänger der jamaikanischen Combo Culture, war der 7. Juli der Tag des jüngsten Gerichts, da hier die Zahl sieben überdurchschnittlich oft aufeinandertreffen würde. So erklärt sich auch Text und Titel des musikalischen Meisterwerks Two Sevens Clash.

Anständige Krisenhymnen braucht das Land

Ein wirklich hahnebüchenes Untergangsmanifest, dessen logisches Fundament dem Unterbau der Bankenkrise ähnelt. Aber wenigstens hat man damals zu Armageddon noch anständig die Kuh fliegen lassen! Denn die Krisenhymne erweist sich, dank aufgedrehter Boxen, als sagenhaft feier- und tanzbar. Ganz im Gegensatz zu den Krisenhits dieser Tage.

Nach der Krise ist vor der Krise, meine Damen und Herren! Daher werde ich auch den Sirenen des nächsten Untergangs mit Hilfe meiner Freunde Soul, Funk, Reggae und Rémy Martin trutzen. Aus volkswirtschaftlicher Weitsicht heraus fordere ich somit bereits jetzt für die nächste Flaute einen ähnlich zünftigen Soundtrack. Run it selecta …

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Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins