Recycling ist ja grundsätzlich etwas sehr befürwortenswertes. Der Anblick eines Gesetzlosen, der trotz einer Hundertschaft Polizisten im Rücken sich die Zeit nimmt, Kaugummipapierchen fachgerecht zu entsorgen, ist sehr erbaulich.
In der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts hat das Wiederverwerten schon dagewesener Klangmuster und Rythmuspatterns allerdings ein Ausmaß angenommen, dass es dem Laien schwer fällt, den Überblick zu behalten. Ich möchte daher heute mit Anschauungsmaterial etwas Abhilfe schaffen.
1. Take Cover!
Zu Beginn der Recyclingkette sollten wir die deutsche Verwertung englischer Schlager hinter uns lassen, um uns der gepflegten Coverversion als musikalischen Gattung zu widmen. Hier muss scharf zwischen plumpem Nachklampfen aus dem Internet gesaugter Akkordfolgen von Schülerbands aus der Uckermark und der musikalisch fordernden Neuinterpretation durch fähige Künstler unterschieden werden. Zu letzterem gehört eindeutig diese Version von Seven Nation Army. Band ab!
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2. Mix it, Baby!
Der Remix, also die durch Veränderung der Originalaufnahme entstehende Neufassung eines vorhandenen Stückes, hat seinen Ziehvater im Jamaikanischen Dub, dem man allein eine Enzyklopädie widmen könnte. Dabei reicht die Variationsbreite vom simplen Unterlegen eines neuen Beats unter einen Hip Hop Track bis zur völligen Dekonstruktion des Originals unter der Fuchtel von Mischvirtuosen wie Aphex Twin. Dessen Neuinterpretation von Krieger gibt’s auf der heutigen B-Seite. Und Bitte!
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3. Mashin’ Up the Motorway
Flugs überspringen wir die Sample-Kultur, um zum jüngsten, etwas ungezogenen Sproß der Verwertungskette zu springen: dem Mashup. Für dessen Fertigung benötigt man teilweise gar kein musikalisches Talent mehr. Man braucht lediglich die Instrumental- und die Acapella-Version zweier Lieder, die ungefähr die gleiche Taktfrequenz haben, legt die beiden übereinander und fertig ist die Laube. Dass dabei, gerade im Internet, viel Schmarrn herauskommt, dafür kann die grandiose C-Seite des heutigen Tapes gar nichts. Die Beatles trällern fröhlich zu LCD Soundsystem. Ton ab!
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Und?
Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, liebe Leser: Wo sind Eure Lieblings-Remixes, Covers und Mashups?
Yours truly

9x
Ja recycelte musik - segen und fluch zugleich. hier zwei versionen, von denen sich die sich erste uneingeschränkt dem tanzbein verpflichtet hat.
http://www.youtube.com/watch?v=nZEnlpDJMR8
verdammt - da will ich mich mal direkt wieder exzentrisch auf drum n bass ausleben
das zweite cover verkörpert eher den avantgardistische-künstlerischen anspruch - jenseits jeglicher publikumsanbiederung
http://www.youtube.com/watch?v=2xbMTgoVIKI
beide lieder für sich ein musikalisches kleinod, die sich jeder wertung entziehen.
(könnte mir der dokter mal bitte diesen code für die posse schicken?)
gruss
lepon
Nichts lieber als das, werter Bruder im Geiste. Respekt übrigens für deine Tanzfestigkeit auch zu spätester Stunde. Und den ALLERHERZLICHSTEN DANK für diese Links…
http://www.youtube.com/watch?v=nrs8CgpH980
http://www.youtube.com/watch?v=R60QDXjdOz0
“Lass mein Knie, Joe” - ich hab mich gerade gekringelt, vor Lachen, versteht sich.
Aber die Tapes sind auch allererste Sahne, vor allem Nostalgia 77 - danke! Leider habe ich gerade weder Remix, noch Cover, noch Mashup zur Hand, aber ich bin derzeit schwer verliebt in den Soundtrack von “The Son of Rambow”, vor allem in “Close to me” von The Cure: http://www.youtube.com/watch?v=phMX4DBafG4
..eve
beatles and the lcd soundsystem lässt mein tanzbein grad nich los… dem doc sei dank!
aktuell hat jamie cullum für mich hier ein gelungenes cover-ei gelegt:
http://www.youtube.com/user/jamiecullumworld?blend=1&ob=4
Hut ab, Mr. Cullum, muss man da sagen (vor allem für die Jazzeinlage). Und auch, wenn ich the Cure aus frisurgründen immer belächelt hab - die Musik rechtfertigt so manche Haarentgleisung. Schönes Ding!