Wären mir die Götter am Ende meines Lebens wohl gesonnen und ich dürfte mir für meine Reinkarnation ein nettes Paralleluniversum aussuchen, so würde ich ohne zu Zögern einen Wes Anderson Film wählen. Ja, ganz sicher sogar. Kein anderer Mensch erzeugt in mir so ein starkes Gefühl in die Kino-Leinwand springen zu wollen. Kein anderer Regisseur erzeugt so schrullige Parallelwelten wie der lobenswerte Herr Anderson.
Ein wichtiger Teil dieser schrulligen Welten ist die Musik. Grund genug, Herrn Anderson ein für alle mal ein Denkmal zu setzen. Daher treffen heute zu seinen Ehren zwei Lieder aus seinen Soundtracks in einem Soundclash aufeinander.
A-Seite: Mit Größenwahnsinn durch die Pubertät
Den Anfang macht ein Lied aus einem der früheren Werke von Anderson. Im entzückend schrulligen “Rushmore” liefert sich der größenwahnsinnige, pubertierende Privatschüler Max Fischer eine sagenhaft idiotische Privatfehde mit niemand anderem als Bill Murray. Der Stein des Anstoßes ist natürlich mal wieder eine Frau. Umso heftiger die Kaliber, die sich die hormonbeladenen Streithähne gegenseitig an die Köpfe werfen.
Mehr als ordentlich untermalt wird diese Szene von einer sagenhaften Beat Combo aus den 60er Jahren. The Creation liefern mit Making Time den perfekten Soundteppich, auf dem Bill Murray und Jason Schwartzman ihren herrlich infantilen Kleinkrieg ausfechten können. Lass rollen das Ding …
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B-Seite: Mit Zeitlupenmelancholie durch Indien
Im wundervollen “Darjeeling Limited” schlägt Wes Anderson teilweise etwas leisere Töne an. Vielmehr liefert er uns im Laufe des Films eine der sagenhaftesten Zeitlupenszenen der Filmgeschichte ab. Das liegt mitnichten an abgefahrenem Matrix-Computer-Trick-Technick-Gedöns, sondern vielmehr an der gleichzeitgen Coolness und Schrulligkeit der Schauspieler sowie der Musik, die zur Szene beitragen. Owen Wilson, Adrien Brody und Jason Schwartzman laufen zu Strangers von den Kinks mächtig gewaltig auf einer indischen Beerdigung ein. Zeitloser Scheiss! Ton ab…
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Unterm Strich
Da trifft einiges aufeinander. The Creation auf die Kinks. Harte Gitarren auf sanfteste Orgeln. Doch wie beim Aufeinandertreffen zweier scheinbar konträrer Geschmacksrichtungen (Nutella und Stangensellerie) ist auch der heutige Clash ein Gewinn für den Connaiseur. Ein Ohrenschmauss pour toi!
Yours truly

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Christian: