Der moderne Mensch ist körperlich komplett unterfordert. Eine These, die keinerlei Begründung benötigt. Doch woher die Inspiration zum Abreagieren der Triebe nehmen, die uns seit Anbeginn der Eiszeiten (Stichwörter: Gündel, Mindel, Riß und Würm) begleiten? Triebe, die uns früher zur Nahrungssuche anstachelten, heute allerdings dank des Döner um die Ecke auf der Ersatzbank der Rudimente Platz nehmen müssen.

Ich würde diese Frage nicht stellen, hätte ich nicht eine selten dämliche Antwort parat. Nun, ich habe in zahlreichen Selbstversuchen den Schlüssel zu einem geheimen Ventil entdeckt. Am Ende kann man sich schließlich nur selbst aus dem Treibsand der modernen Fettleibigkeit ziehen, um die vollkommene mentale Transzendenz zu erreichen. Das Zauberwort heißt “Schrullrock-Pogo”.

Seite A: Börd is a wörd!

Zunächst gilt es eine passende Musik zum Abreagieren zu finden. Das passende Stichwort lautet: Rock&Roll. Und zwar aus den frühen Tagen! Als Lieder noch Haare auf der Brust hatten, 2 Minuten dauerten und einem in dieser kurzen Zeit die Hosen explodieren ließen!

Dazu gilt es, mit Hilfe absurdester Tänze und Schreieinlagen, die Sau raus zu lassen. Umso schrulliger und primatenähnlicher, umso besser. Denn der motivierte Eleve wird schnell feststellen, dass einem diese Situation zwangsweise ein breites Lächeln ins Gesicht drängt. Schließlich lässt es sich über die eigene Doofheit hervorragend schmunzeln.

Surfin Bird von den Trashmen eignet sich vorzüglich für diese Art von Tätigkeiten. Besteht das Lied doch lediglich aus einem treibendem Sound und einer einzigen, absolut sinnfreien Textzeile. Also runter auf der Evolutionssleiter und ab dafür …


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Seite B: Tschännie Tschänn! Wuhhh Tschännie Tschännnie!

Sofort Umschalten! Nächstes Tape! Keine Verschnaufpause! Es gilt sich pausenlos in Mini-Extase zu twisten! Man stapft durch die eigenen vier Wände wie Godzilla durch Miniaturlandschaften aus Pappmaché. Umso absurder der Tanz, desto höher die Ausschüttung von körpereigenen Barbituraten.

Little Richard legt mit Jenny Jenny hervorragend nach. Etwas klarer der Sound. Dafür aber knatternde Saxophönchens, die für ein optimales Klangparkett sorgen, auf dem der kleine Richard twistend ausflippt. Zudem werden am Ende jeder Textzeile “Whuuhs” eingeworfenen, die in dieser Tonlage ansonsten nur einigen vom Aussterben bedrohten Lemuren erzeugt werden können: Sie sind fulminanter Treibstoff für Deinen Ausrast-Motor!


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Unter Strich

Ich bin mehr als zufrieden mit meiner kostbaren Auslese. Beides eignet sich astrein zum Abspasten. Ich sehe eine große Zukunft für diesen Trendsport vorraus. Wir sollten uns Rechte sichern und daraufhin mit Selbsthilfe-Videos a la Tele-Gym groß absahnen. Herrlich wäre das …

Yours truly

Dr. Diggins