So, liebe Leseraupen, Zeit mal wieder zwei Zuckerstückchen gegeneinander antreten zu lassen. Zur Belustigung meiner und des Volkes. Lasst die Spiele beginnen!
Heute soll es um das selten behandelte Thema des Unterschätzens gehen. Der Schumoloch Nike hatte in den Neunzigern zwischen dem ganzen “Höher-Schneller-Weiter”-Kauderwelsch, den Sportschuhwerbetexter so produzieren auch einen wahren Satz: Never underestimate your opponent. Was auf deutsch so viel wie Unterschätze nie deinen Gegner bedeutet.
So viel Demut hatte man einem solchen Konzern gar nicht zugetraut. Genausowenig so viel Wahrheit. Denn nichts ist weiter verbreitet unter uns selbstherrlichen Dromedaren als die Unart des Unterschätzens.
A-Seite: Du hast miiiisch
Das gilt auch und ganz besonders für Musik, wo bisweilen Epochen, Genres und ganze Länder unterschätzt werden. Beispielsweise der Schlager. Pah! Dudelmusik für Wirtschaftswunder-Veteranen! ruft manch einer. Peinlich ist es, wenn man dann eines besseren belehrt wird.
Denn wer hätte gedacht, dass jemand wie Howard Carpendale in den 70er Jahren in Deutschland ein solches Juwel wie das heutige Tape hervorgebracht hätte? Eben. Band ab!
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B-Seite: You’re in love wissss me
Klangstäbchenliebhaber werden zur zweiten Version des Songs von der Truppe Daisy Clan, die zu 50% aus Michael Holm bestand, sicherlich entzückt klatschen. Liegt doch hier noch etwas mehr Gewicht auf den klingenden Stäbchen als bei Howie’s Urversion.
Liebhaber der englischen Sprache werden allerdings eher enttäuscht. Den Mut des Sängers, mit diesen sprachlichen Fähigkeiten, außerhalb muttersprachlicher Gewässer zu fischen kann man ja wohl nur bewundern.
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Unterm Strich
Die Moral der Geschichte: Unterschätze niemals Howard Carpendale. Denn der Coolness-Faktor liegt, meiner Meinung nach, eindeutig bei Howie. Deutsch mit Carpendale-Akzent klingt dann doch grooviger als Englisch mit deutschem Tie-Aitsch.
Yours truly

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