Die Liebe macht aus Menschen Dummköpfe. Ein wissenschaflich bewiesener Fakt. Wollte nicht jeder von uns schon mal Voodoosprüche über seine Angebetete bringen, um die Geliebte durch flammende Leidenschaft für alle Zeit an die eigenen Lenden zu binden? Nicht? Nun gut, es mag sein, dass mir das damals mit Martha etwas zu nahe ging.
Der persönliche Ausflug tut hier nichts zur Sache. Doch genau darum geht im heutigen Coverclash. Und zwar um einen Song, der so oft wie kaum ein anderer neu interpretiert wurde: I put a spell on you.
Schreiender Jay
Im Original wurder das Klassiker geschrien und gegrunzt von Screaming Jay Hawkins. Voodootänze und Rituale als Rahmenprogramm waren bei Herrn Hawkins auf der Bühne keine Seltenheit, lange bevor Schminketräger wie Alice Cooper die Stadien und die Kassen der Haarsprayindustrie füllten.
Seine Urversion ist ein herrlich roher Diamant. Getragen von knatternden Bläsern. Dazu passend schliesst er seine monstermäßige Performance mit einem zufriedenen Grunzen ab. Ein Klasssiker.
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Schreiender Stefan
Was die Instrumentierung betrifft, geht Stefan Hiss einen anderen Weg. Nur ein Akkordeon reicht im aus, um mit seiner Stimme zusammen das Lied in die Mangel zu nehmen.
Dieses herrliche Instrument ist in vielen deuschen Haushalten zu Unrecht als Musikantenstadl-Quetsche verschrien. Herr Hiss zeigt eindrucksvoll, was sich aus dem wundersamen Schlauch alles Herrliches herauspressen lässt.
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Unterm Strich
Zugegeben, die ausgewählten Kurzausschnitte werden beiden Werken nicht ganz gerecht. Man muss sie schon beide in voller Länge geniessen. Steigern sich doch beide Hobby-Zauberer, passend zum Thema, in einen musikalischen Wahn.
Zudem scheint auf einem ungeschriebenen Blatt geschrieben zu stehen, dass dieses Lied bevorzugt schreiend vorzutragen ist (Nina Simone hat das freilich widerlegt). Daher bekommen beide Versionen von mir Höchstnoten. Was ist mit Dir?
Yours truly

9x
Stefan Hiss ist halt schon der Kracher, aber Screamin Jay rockts noch einen Tick besser - 60 zu 40 für Mr. Hawkins