Wenn so ein Jahr vorbei ist, und ein Neues anfängt, wird immer ganz viel resümiert. Man zieht Bilanz, kauft Bildbände mit den bewegendsten Fotos des Jahres und glaubt fest daran, seine Vorsätze ernst zu nehmen. Meine Bilanz des Jahres 2008 ist noch nicht gemacht. So viel hat sich verändert, dass man erst später sehen wird, was eigentlich relevant und wichtig, welche Entscheidungen richtig und welche falsch waren. Fakt ist, dass immer wieder Scheiße passiert, die man einfach wegstecken muss. Und dann zeigt sich, wo die ganzen wahren Freundschaften stecken.

Reunion zum Jahresende

Wenn sich nämlich um Weihnachten und Sylvester herum wieder alle in der Heimat versammeln, alle verlorenen Söhne reumütig zurück in ihre Nester fahren, wird einem klar, was einem am wichtigsten ist, und auf wen man sich verlassen kann. Menschen, die man nur zweimal im Jahr sieht, und mit denen man trotzdem nach zwei Minuten wieder völlig auf einer Wellenlänge ist, sind das Beste und teuerste was man haben kann. Ich merke, ich werde sentimental, tragt’s mir nicht nach.

Musik fürs neue Jahr

Das liegt natürlich auch am heutigen Tape. An einem jener besagten Hach-schön-dass-ihr-alle-da-seit-Tage, fuhr man in die Stadt, trank Hopfentee und besuchte ein Konzert der fabelhaften Pentatones. Ein Kontrabass, viele elektronische Maschinchen, eine Fender Rhodes und die schönste weibliche Stimme im deutschsprachigen Raum bliesen uns völlig weg. Es ging leise und portisheadesk los, um zum Ende des Sets in Zappelbeats und Raps zu münden, und all das so spielfreudig und gekonnt, dass ich völlig verzaubert den Saal verließ.

Und so sollten wir’s alle angehen, Freunde: freudvoll, spielfreudig, mal laut, mal leise, und nie in den gleichen Trott verfallen. Neben dem Tape gibt’s hier noch ein Video, das ganz deutlich zeigt, was die Band kann.


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins