Artist vs. Crowd
In wiefern bedarf der Künstler des Publikums? Und in wieweit ist die Kunst bedingt durch ihre Rezeption? Will heißen: wenn ein Künstler nur für sich selbst, ohne jemals die Reaktion des Publikums zu erfahren, arbeiten würde, wie sähe seine Kunst dann aus? Ehrlicher? Komplexer? Intelligenter? Ja, nein, vielleicht. In einer Zeit in der der Künstler wie nie zuvor die direkte Reaktion auf sein Werk erfahren kann, und zwar ungefiltert und ohne aufgesetztes Feuilletondeutsch, kann man nicht umhin zu fragen, wer originär und eigenständig das macht, was sein Schaffensdrang ihm auferlegt und wer aus Angst oder Geldgeilheit nur der Laune des Publikums hinterherhechelt.
Unser heutiges Tape stammt von einem Künstler, der bereits in den Neunzigern die Musik gemacht hat, die in den Zappelbuden der westlichen Welt heute abgefeiert wird. Denn Mr. Oizo hatte schon 1999 mit Flat Beat einen Track gebastelt, den man heute ohne Umstände auf den nachsten Ed Banger Sampler hieven könnte.
Der bärtige Franzmann hat dieser Tage ein neues Album an den Start gebracht, von dem unser heutiges Tape stammt und das die Frage nach der Beziehung zwischen Künstler und Publikum (in diesem Fall zwischen DJ und Crowd) neu aufwirft. Denn der unzählige Male repetierte Satz “Vous etes des animaux” (“Ihr seid Tiere” (frei übersetzt, für bessere Übertragungen bin ich sehr dankbar)), stellt eine Publikumsbeschimpfung in bester Handkescher Tradition dar.
Ist das jetzt pure Ironie, die klar zum Ausdruck getragene Abneigung gegenüber der zahlenden und somit zur Existenzgrundlage gewordenen Masse? Und wie ironisch ist es dann, wenn die sich herdengleich bewegende Menge die Anschuldigung begeistert mitskandiert? Hm. Ich werde mal Bazon Brock anrufen, der kennst sich mit sowas besser aus.
Shut up and dance!
Ruhe jetzt! Ruft der Teil von mir, der schon die ganze Zeit zappelt. Genug dahergeschwätzt. Im engeren Sinn ist Positif nämlich nichts anderes als das beste Freitagabend-Brett, das ich seit langem gehört habe. Allez, allez!
Tape als MP3
Yours truly

9x
die neusten sachen gefallen mir auch wieder gut von ihm-wie die alten
cooler beitrag-da macht sich jmd gedanken
….stimmt, das hip-shaken ging gestern auch ganz gut - auch wenn dieser looser-dj nicht länger als 5 sekunden durchgehalten hat….
Ich fand den eigentlich ganz spaßig. Nur dann Rammstein mit in den Mix zu packen war doch etwas gewagt.
P.S.:Loser bitte immer mit einem o.
oh nein, du irrst dich, das ist ein loooooooser…mit vielen kleinen Nullen dazwischen, um die leichten Aggressionssschübe zu beschreiben, die ich da oben auf der Bühne bekommen habe, zu beschreiben. Allerdings muss ich zugeben, dass sie mir bei den schnellen Rythmuswechseln grandios geholfen haben…..
jaja, ein “zu beschreiben” zuviel, i know
Wär mir jetzt gar nicht aufgefallen ;-)