Das Motown Label war zeitlebens ein Quell steter Freude für mich. Aus der Schmiede des Labels stammt eine unendliche Latte an Klassikern von Marvin Gaye, Stevie Wonder und wer-weiss-ich-nicht-alles-noch.

Etwas weniger bekannt ist die Geschichte der Musiker, die sich für den Großteil dieser Kracher verantwortlich zeigten. Vor allem in den Anfängen des Labels wurde das musikalische Bett meist von einer Combo gemacht, die sich selbst Funk Brothers schimpfte und über eine wechselnde Besetzung von Session Musikern gespeisst wurde.

Dickes Fass und Mainstream Punsch

Ein dickes Fass an genialen Riffs, Bassläufen und anderen musikalischen Feinheiten, welches von den Vollblutmusikern meist in nächtlichen Jam-Sessions aufgemacht wurde, fand so seinen Weg in den Mainstream-Punsch des Labels aus Detroit.

Den großen Erfolg streiften dabei überwiegend andere ein. Denn in die Ruhmeshalle wurden die funkenden Brüder meist nicht mit genommen. Wie süße, kleine, musikalische Welpen, die man vor einer Metzgerei anbinden lies.

Nackt, roh und schön

Hört man sich einige der Motown-Hits ohne Gesänge an, gewinnt man oftmals die Einsicht, dass es wohl auch manchmal besser gewesen wäre, die Funk Brothers etwas weiter nach vorne zu stellen.

Demonstrieren möchte ich dies anhand des heutigen Tapes. Gespielt wird It’s a shame von den Spinners. Heute jedoch in der nackten Version der Funk Brothers.

Man kann dem Lied förmlich beim Wachsen zuhören. Erst meldet sich Gitarre und Bass. Dann werden die Becken geölt. Und schließlich schaun die Bläser auch mal rein. Das Ding wird durch den “Verlust” der Stimme ungemein tanzbarer und einzelne Passagen dringen vollkommener an Dein Ohr. Also pass’ auf Deine Füßchen auf. Sie könnten in schwere Tanznot geraten!


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins