Ich finde keine Worte, Leute. Seit zwei Stunden versuche ich, mir die richtigen Zeilen zum heutigen Tape abzuringen aber es bleiben keine zwei Zeilen hintereinander am Bildschirm, bevor ich sie nicht sofort lösche. Warum? Weil unser heutiges Tape so unglaublich experimentell ist, dass der begrenzte Wortschatz unserer Sprache nicht reicht? Nein, eine Gitarre, ein Bass, ein Schlagzeug - einfacher geht es kaum.

Irgendwie ist es der bizarre Gegensatz von Emotionalität und absolut unbewegter Coolness, die sich beide im heutigen Tape wiederfinden. J.J. Cale sieht nicht nur aus, wie der typische sonnengegerbte Senior-Cowboy dessen Gesicht man in Leone- wie auch in Tarantinofilmen wiederfinden könnte, er macht auch solche Musik. Und dann wieder doch nicht, zumindest nicht für Tarantino. Die Coolness und Unberührtheit von Cale ist nicht aufgesetzt, sie ist nicht Selbstzweck, sondern kommt mitten aus ihm raus. Minimale Folkinstrumentalisiserung, eine knorrige Stimme, man kann die Wüstensonne förmlich auf einen runterbrennen spüren. Umso mehr, wenn man weiß, dass der Mann Cocaine für Eric Clapton komponiert hat.

Das ist DER Soundtrack für den Herbst, Leute. Das Tape kommt von Cales Debütalbum Naturally von 1971. Laid-back, tief unten mit dem Scheiß und doch so weit über den Dingen stehend, dass einem schwindelig werden kann. Viel Spass damit.

Um diese fantastische Musik zu hören brauchst Javascript und den neuesten Flash Player! Sei doch so nett und installier' den mal...

Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins