Nach dem letzten, etwas stärkeren Zusammenprall der Melodien gibt es heute die geschmuuufte Variante des Coverclash. Doch zu welchem Thema nur? Durch wildes, nächtliches Gläserrücken meiner 81-jährigen Nachbarin wurden folgende drei Begriffe als Themenschwerpunkte ermittelt: Schatten, Indianer und Hippies. Puh, das Leben ist eines der Härtesten. Mal schauen was einem dazu einfällt.

A-Seite: Die Schatten

Den Anfang machen die Shadows mit einem Klassiker, der 1960 die Charts beherrschte. Apache ist stimmungstechnisch eine Mischung aus fluffigen Surfeinflüssen, einer Prise Edgar Wallace plus ein Sahnehäubchen Western-Flair. Ich sag mal flirrende Gitarren galoppieren durch die Nacht. Hervorragend geeignet, um die Stadt auf dem Longboard oder dem Hollandrad zu durchreiten.


Tape als MP3

B-Seite: Die Hippies

Nun, der Klassiker der Schattenmänner sah einige Coverversionen kommen und gehen. Dabei muss man die Version der Incredible Bongo Band wärmstens empfehlen. Alleine die wäre ein Tape wert. Ein echter B-Boy Klassiker. Ein Tanzbeinschwinger.

Aber über die will ich heute gar nicht sprechen. Denn eine weitere Version reiht sich eher heimlich in die Schlange der erfreulichen Apache-Kopien ein. 17 Hippies, eine Combo aus Berlin, hauchen dem 60er-Jahre-Schinken sanft neues Feuer ein.

Und zwar mit einer Prise Ennio Morricone und einem Schuss Balkan. Einfach herrlich was die Jungs und Mädels da so zusammenfuddeln. Ich kann nur empfehlen laut aufzudrehen und in Gedanken auf dem Gaul durch die jugoslawische Prärie zu reiten. Pferd and Pferd mit dem obligatorischen Lex-Barker-Verschnitt in hellbraunen, armfransigen Wildlederklamotten, den jeder schrullige Western dringend benötigt.


Tape als MP3

Unterm Strich

Beide Versionen erscheinen mir äußerst sympathisch, so dass ich mich diesmal hüten werde, einen Sieger zu küren. Allerdings will ich kurz darauf hinweisen, dass tatsächlich alle glasgerückten Themen in meinen kleinen Essay Einzug fanden. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Yours truly

Dr. Diggins