Manchmal muss es einfach sein. All die schönen Weisen von Jankowski, Kaempfert, Bacharach und Konsorten helfen nicht mehr und man wird sich der einfachen aber logischen Wahrheit bewusst, dass das Unterdrücken von negativen Gefühlen irgendwann in einem Fiasko endet, und dann erscheint man als tragischer Bericht in Brisant. Für solche Momente, wenn Frauen Andere erwählen, Waschmaschinen überlaufen und sich Rotweinflaschen über die Tastautr ergießen, braucht man manchmal einfach Musik von Menschen, die noch viel wütender sind als man selbst. Soll es ja geben und die hilft dann auch. Deswegen heute ein Clash, der weder zum Sommer vor den Fenstern noch zu Himbeereis passt. Heute gibt’s voll auf die zwölf.

Runde Eins: Alte machen Neues

Eine meiner wirklich allerliebsten Lieblingsbands in den frühen Neunzigern waren Sepultura. Bollermetal aus den Slums von Brasilien, die sich mit fast jedem ihrer Alben steigerten und ihre Wut immer feiner artikulieren konnten. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich zwei Brüder, einer von ihnen der röchelnde und keuchende Sänger, verstritten. Von da an gings musikalisch in die Mittelschicht und wurde uninteressant. Über zehn Jahre später jetzt die Wiedervereinigung und vor lauter Freude und schöner Gefühle wurde ein Album aufgenommen, das so klar und deutlich und ohne Effekte in den Arsch tritt, dass ich plötzlich wieder angefangen habe, diese Musik zu mögen.

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Runde Zwei: Junge machen Altes neu

Als nächstes die Crookers. Zwei Italiener mit Hang zur akustischen Autoagression. Remixen das eh schon repetitive “Thunderstruck” von den doch eher langweiligen AC/DC und machen ein Teil daraus, das man als DJ wirklich nur als allerletztes in sein Set packen kann. Da noch was draufzulegen geht nicht mehr. Alle sind entweder auf der Tanzfläche zusammengebrochen, geflüchtet oder plemplem. Trotzem irre. Irre geil.

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Was sollte das denn?

Wer jetzt denkt, dass euer Doc mit dem Dasein hadert oder sonst irgendwelche finsteren Absichten hegt, der möge sich beruhigen. Wie gesagt, manchmal muss Metal sein. Ist auch immer ganz praktisch, um auf sehr schlechten Partys Eindruck bei langhaarigen Typen zu schinden, die denken, dass man eh nur “So Techno-Gebump” hört.

Interessant allerdings jetzt die Frage, was mehr knallt: Klassische Doppel-Bassdrum und verzerrte Gitarren oder druffe Remixe, die einem die Haare vom Kopf fönen? Eure Meinung?

Yours truly

Dr. Diggins