Die Frage nach dem Sinn, dem Wofür und vor allem nach dem Warum zu stellen erfordert, besonders in der U-Musik, einen gewissen Mut. Die aus ehemals Ostdeutscher Provenienz stammende Ruth Brandin jedoch, wagt diese zu stellen und stellt sich somit in eine Reihe mit Heidegger, Schopenhauer und Nietzsche. Dies allein ist ein kleines Wunder, betrachtet man den geschichtlichen und vor allem politischen Hintergrund, der die Entstehungsgeschichte dieses musikalischen Kleinodes begleitet.

In der DDR war es seinerzeit nicht gerne gesehen, allgemein Gültiges in Frage zu stellen und somit eine so existentielle Frage wie das titelgebende “Warum” fast undenkbar. Ruth Brandin jedoch bedient sich eines Kniffes, der Reminiszenzen an das scharlachfarben in der griechischen Sonne schimmernde Trojanische Pferd gestattet, indem sie ihre an den Existentialismus anknüpfende Frage in eine scheinbar harmlose Anklage gegen zuviel Zeitkolorit und Anglizismen in der deutschen Sprache hüllt.

Warum sagst Du nicht Ruth zu mir?
Warum nennst Du mich Daisy?
Warum mag ich Dich crazy?
 Warum?

Doch hören wir bei eingehender Studie ihres Textes ein fast enttäuschtes Sic transit gloria mundi heraus und nur mit Mühe können wir uns des Gedankens erwehren Ruth Brandin die Antwort auf ihre Frage zu faxen: Die Antwort ist nämlich, wie könnte es anders sein, 42.


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins