Auch der Doktor wird hin und wieder von Depressionen geplagt. Ja, trotz meiner äußerlichen Frohnatur lasse ich mich ab und an zu selbstzerstörerischen Lebenszweifeln hinreisen.

Würfe in die Leistengegend brachten Glück

Solchen Situationen werden meist durch Erinnerungen an eine ganz bestimmte Frau ausgelöst. Sie war goldbraun und Krankenschwester auf den Fidschi Inseln. Ich lernte Sie dort Anfang der 80er Jahre kennen. Während eines Krankenhausaufenthaltes. Man hatte mir bei einer aggressiven Partie Boules die Hoden geprellt hatte.

Das stark alkoholisierte, gegnerische Team, bestehend aus zwei Rentnern, hatte mit einigen meiner Regelauslegungen Probleme und beschloss diese mit gezielten Würfen in meine Leistengegend zu klären.

Teufelskreise

Sobald der Engel in weiß einen 20-minütigen Lachanfalll nach meiner Einlieferung unter Tränen beendet hatte, pflegte sie mich gesund. Der Samaritereffekt löste bei ihr offensichtlich eine bedingungslose Zuneigung zu mir aus. Diese Zuneigung wurde von mir mit einer umso bedingungsloseren Zuneigung erwidert, was wiederum ihre Zungeigung in nirvanaähnliche Zustände steigerte. Ein Teufelskreis der Gefühle!

Neue Bekanntschaften

Wir verlebten eine atemberaubende Woche, bis ich herausfand, dass sie offensichtlich bereits mit einem bombastischen Hühnen die Ringe getauscht hatte. Zweifellos ein Proficatcher, der in den USA erste Erfolge feierte. Zurück von einer Tour durch die Vereinigten Staaten, machte er mich, stark alkoholisiert, kurzerhand mit der kompletten Inneneinrichtung seiner bescheidenden Behausung bekannt.

Mehr als nur Zähne

Ich verlor an diesem Tag zwei Zähne und die große Liebe meines Lebens. Mir blieb nichts übrig als die Insel auf schnellstem Wege zu verlassen. Der Ehegatte hatte offensichtlich Kontakte zur lokalen Unterwelt und bereits ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt. Geldgierige Fischerjungen auf Mopeds verfolgten mich bereits zum Flughafen.

Seelenbalsam

Ja, so hat es sich wohl zugetragen. In solch schmerzhaften Momenten des Zurückblickens hilft mir besonders die Musik. Ich lege dann nicht selten die Plattenspielernadel auf das Nocturma Album von Nick Cave und seinen Bad Seeds. Pünktlich zum zweiten Lied stehen mir die Tränen in den Augen. Die Stimmung von He wants you ist einfach zu perfekt arrangiert. Eine fantastisch schnulzlose Ballade.

Ich liege dann mit einem Glas Scotch auf dem Perserteppich und heule mit den streunenden Hunden. Gut, die streunenden Hunde sind schmückendes Beiwerk und Stilmittel, um meine Trauer zu verstärken aber zumindest Nick heult mit mir mit. Und das tut verdammtescheissenocheins gut …

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Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins