Das Thema des heutigen Clash ist zur Abwechslung mal nicht fremd bestimmt. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um auf eine herrlich schrullige Nische unserer modernen Medienentwicklung aufmerksam zu machen: Blaxploitation Filme.
Losgetreten wurde diese Filmwelle Ende der 60er. Auslöser waren unter anderem die Bürgerrechtsbewegung, Diskriminierung und unmenschliche Lebensverhältnisse für einen Großteil der schwarzen Bevölkerung. Drogen, Pimps und korrupte Cops bestimmten das Bild in den Ghettos von New York bis Los Angeles. Das passte allerdings nicht zur heilen Kinowelt, die Hollywood mit seinen Kassenschlagern vorkaute.
So produzierten Leute wie Mevlin van Peebles ihre Flicks selbst und krierten ein Gangster-Movie Genre, das seines gleichen sucht. Geprägt durch schwarze (Anti-)Helden, Streetlife, wackelige Kameraverfolgungen und vor allem funkige Soundtracks. Die wurden zunehmend von großen Nummern wie Marvin Gaye, Isaac Hayes und Curtis Mayfield eingespielt. Deswegen gibt’s auf dem heutigen Tape zwei Stellvertrer dieser Ära zu hören.
Seite A: Coffy
Die rattenscharfe Pam Grier schoss und prügelte sich 1973 als Coffy durch die Unterwelt von L.A. und übte Rache für ihre kleine Schwester. Ihr blieb dabei wirklich nichts erspart. Roy Ayers zeichnet sich für die musikalische Untermalung verantwortlich. Aragon ist eines der Stücke daraus mit fantastischem Orgelspiel. Hervorragend geeignet für eine Autofahrt durch die nächtliche Stadt der Engel.
“She’s the godmother of them all. The baddest One-Chick Hit-Squad that ever hit town.”
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B-Seite: Superfly
Eine weitere dieser Perlen ist Superfly von Gordon Parks Jr. Produziert mit wenig Geld. So spielten Pimps und Hustlers sich teilweise selbst. Wieder einmal versuchte ein schwarzer Protagonist dem Business zu entkommen. Curtis Mayfield kreierte den wahnsinnigen Soundtrack und brillierte mit einer Gastperformance in einer schnuckeligen Bar. Lass rollen …
“Never a dude like this one. He’s got a plan to stick it to the Man”
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Das Ende der Welle
Doch die Welle spülte zusehends Schund an Land. Als die Produzenten schliesslich entdeckten, dass sich mit dem Genre Geld verdienen ließ, brach die Welle unter der schieren Übersättigung und der immer wiederkehrenden Stereotypen zusammen. Doch das schrullige Kolorit dieser Zeitperiode, der Slang, die gravierenden Klamotten, die Bilder aus Harlem und vor allem die Musik machen die Streifen zu etwas Besonderem.
Die Soundtracks eignen sich übrigens hervorragend für Kopfkino. Kopfhörer aufsetzen, Augen zu und schön läuft Dein eigener Gängster Flick …
Für die Augen
Coffy Original Trailer und Superfly Original Trailer
Yours truly

6x
Freut mich immer wenn ich helfen kann. Sag doch mal der Katja, dass ich ihrer Bitte um verweiblichung des grünen Motivs nachgekommen bin. Grüße in den Süden. Doc