Meine Vorliebe zu hochprozentigen Getränken habe ich hier schon mehrfach anklingen lassen. Dass mich das ganze auch schon mehrfach in unangenehme Situationen gebracht hat, kann und will ich nicht verleugnen. Hier also mal wieder eine Geschichte aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz, die warnen, inspirieren, vielleicht auch zur nachahmung anregen soll. Ich übernehme keine Haftung.

Vor einigen Jahren ließ sich ein guter Freund von mir dazu verleiten, seine weiteren Jahre im heiligen Stand der Ehe zu verbringen, und so wart eine Trauung angesetzt. Ich bin eigentlich kein Fan von steifen Zeremonien, und so kam es, dass ich meinen Gehstock mit dem geheimen Holunderschnaps-Reservoir bereits vor dem kirchlichen Gepomp leerte. Der Rest der Veranstaltung ist mir nur noch vage in Erinnerung. Es wurde groß aufgefahren, die anschließende Festivität ging auf einer Wiese unter Eichenbäumen von statten und eine ganz passable Band spielte zum Tanz.

Irgendwann allerdings, ich weiß nicht mehr wie, muss ich dann aber wohl auf die Bühne geklettert sein und das heutige Tape ins Mikrofon geschmettert haben. Ich hatte mir wohl von einer der Kellnerinnen ihr Outfit “geliehen”, stakste also im Tutu und mit weißer Haube da oben rum und intonierte “The man I love”. Ich weiß nicht mehr ganz, wie das alles endete, aber man einigte sich Wochen später auf einen Vergleich, der mich ein hübsches Sümmchen kostete. Dennoch ein großartiges Lied von einer der besten Jazzsängerinnen des letzten Jahrtausends.

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Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins