50 Tapes! Dass es soweit kommen wird, hatte nun wirklich niemand vermutet. Ich begehe das heutige Tape feierlich im passenden Bademantel mit einer Tasse Irish Coffee auf meiner Verandacouch.

Zu diesem Jubiläum wird ein Mann gewürdigt, der einen der spektakulärsten deutschen Vornamen sein Eigen nannte. Ein Mann, der sowohl für Elvis als auch für Franky Boy Musik komponierte und arrangierte. Einer der rechts wie links konnte. Es handelt sich um niemand anderen als Bert Kämpfert.

Freilich könnte man jetzt als vermeintlich lanjähriger, enger Freund aus dem fiktiven Nähkästchen zu plaudern. Ich könnte beispielsweise frech behaupten, der liebe Bert hätte sich Zeit seines Lebens mit einer Gabel gekemmt und würde damit sicherlich einige Lacher ernten. Da ich jedoch nie in den Genuss kam, Herrn Kämpfert persönlich kennen zu lernen, werde ich derlei billige Sensationskomik unterbinden und die Musik von Bert Kämpfert für sich sprechen lassen.

Mit Klassikern (wie Strangers in the Night, Swinging Safari und Afrikaan Beat) brillierte Kämpfert durch wahnwitzige Orchesterkompositionen. Doch war Bert Kämpfert auch anderen Stilrichtungen aufgeschlossen. Den Beweis liefert das heutige Tape. Bert’s Bossa ist ein kleiner Ausflug in etwas südlichere Gefilde. Um es kurz zu machen: ein perfekter Soundtrack, um in einer Lounge für eine Dame per Knopfdruck einen Martini zu bestellen.


Tape als MP3

Zum Schluss noch zwei herrliche Zeitdokumente. Sie offenbaren Kämpfert’s Schwächen als Entertainer, unterstreichen aber umso mehr seine Stärken als genialer Komponist, zappeliger Dirrigent und bescheidener Träger modischer Samtsakko-Arrangements. Rock & Roll!

Yours truly

Dr. Diggins