Als ein Mann, der, wie man so schön sagt, “in vielen Häfen vor Anker geht”, also diverse Staatsbürgerschaften, Massagebänke und Barkeeperfreunde hat, komme ich kaum zum schlafen. Manchmal nicke ich deswegen in Warteschlangen ein, wache im Frisiersessel auf oder ertappe mich beim Nickerchen in der Bürostuhlabteilung von Möbelfachgeschäften. Nicht, dass mich das stören oder beunruhigen würde. Ich bin in der Lage, einfach mal ganz nebenbei für 2 bis 20 Minuten einschlafen, um mein nächtlich vernachlässigtes Schlafpensum wieder ein wenig aufzustocken. Das würde mich im normalen Arbeitsmarkt völlig untragbar machen, aber den Doc muss das ja nicht interessieren.

Ein Nebeneffekt ist, dass ich nicht träume, mich zumindest nie daran erinnern kann. Wer nebenbei die Augen während einer ausgedehnten Paternosterfahrt ausruht, der kann nicht schnell mal eben irgendwelche Kindheitstraumas verarbeiten, dazu ist zu wenig Zeit. Gestern, allerdings meine Freunde, schlief ich seit langem mal wieder mehr als 3 Stunden am Stück und träumte, dass ich Vater eines Knaben wäre. Der Kleine sah exakt so aus wie ich, hatte mit seinen 5 Jahren einen Bartwuchs, der Ivan Rebroff neidisch gemacht hätte und trug ebenfalls Sonnenbrille und weißen Kittel. Nichts gegen Kinder, sie können sehr putzig sein und aus manchen werden oftmals ganz passable Teenager aber der Kleine war offenbar Frucht meiner Lenden und hatte mir nicht nur die komplette Auslegeware mit kleinen Häufchen versehen, sondern auch noch alle meine Platten zerdeppert.

Als ich schweißgebadet erwachte, feierte ich erleichtert ein privates Freudenfest und spielte dazu dieses Lied.

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Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins