Ich möchte heute mal mit dem Anprangern eines gesellschaftlichen Missstandes beginnen. Man kann ihn vielleicht am besten als die Entschrullung der modernen Gesellschaft bezeichnen. Mir scheint es fehlt dem ein oder anderen Zeitgenossen an Mut zur Schrulligkeit. Alles muss Hochglanz, alles muss cool, alles muss neu und schnieke daherkommen.

Ich kann und will aber an dieser Stelle nicht unterdrücken: Mein Herz pocht und schunkelt für Altes und Schrulliges! Ich möchte das gerne mal an einem kleinen Beispiel illustrieren. Beim letzten Bummel durch die Innenstadt fiel mir folgendes Namenschild eines Jeanshosenfachgeschäfts vor meine alten Augen: “Jeanslovers (Ex Hosen Peter)”.

Ei, ei, ei. Wie mir scheint wurde Hosen Peter von einem schmierigen Marketingberater zu einem allzu überstürzten Namenswechsel gedrängt. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen äußerst kurzfristig gedachten Schachzug. Lässt einen doch die ursprüngliche Namensgebung schmunzelnd in die Hosenbude hineinschländern. Die neue betrübt einem hingegen den sonnigen Einkfausbummel mit grauenhaften Bilder von üblen Hosenfetischen. Nur Mut Hosen Peter! Noch lässt sich der Fauxpas ohne größeres Aufsehen der lokalen Presse rückgängig machen.

Entzückend schrullig und nostalgisch kommt deshalb auch das heutige Tape daher. Denn meine Gedanken über das Thema haben einen Track von Dave Barker wieder ins Ladefach meiner imäginaren Jukebox gebracht. Herr Barker bringt mit einem seiner größten Hits Skanky Chicken einen wahnsinnigen Textvortrag auf die Tonspur.

Do the Skanky Chicken!
Work the Skany Chicken!
Skanky Chickeeen.”

Gepflastert wird der Soundteppich mit solidem Trash Talkin’ und kurzen Schrei- sowie Brunftattacken. Ein wahres Fest. Die solide Basis des Tapes legt ein simples Gitarrenriff, das ich mir Stundenlang vorfuddeln lasssen könnte. Gelobt sei, was schrullig ist! Ich fordere die totale Massenverschrullung in homöopatischen Dosen.


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins