Schlimm sind Klischees. Die Meinung der breiten Öffentlichkeit ist ja zum Beispiel, dass alle Frauen bei der Bundeswehr lesbisch sind und alle Porschefahrer kleine, also wirklich klitzeklitzekleine Schniepel haben. Dabei stimmt das gar nicht immer. Der aufgeklärte und mit wenigstens Grundschulabschluss gesegnete Weltbürger sollte deswegen davon Abstand nehmen, in Klischees zu denken und sich sein Urteil jedes Mal von neuem bilden. So viel Zeit muss sein.

So ist das auch mit Musik. Oft haftet man Musikstilen negative Eigenschaften an, die dieser Musikrichtung dann für immer die Chance verwehren, begriffen oder zumindest neu entdeckt zu werden.

Die aus Barcelona kommenden Ojos de Brujo haben mir beispielsweise eine völlig neue Sicht auf Flamenco beschert. Flamenco fand ich immer ziemlich fad und ewig gleich. Aber diese Damen und Herren nehmen Samples, abgefahrene Beats und - wie in diesem Beispiel - sogar Sprechgesang und mischen daraus etwas ganz wunderbar neues. Endlich hätten die überall gleichen “Cubanischen” Bars mal eine Alternative zu den Gypsy Kings, deren Best-Of Platte in jeder dieser Kneipen rauf und runter gedudelt wird. Aber da schreie ich wohl mal wieder vergeblich in den Spätsommerwind. Manchmal bin ich von meiner eigenen Gemütsruhe selbst überrascht.

P.S. Dr.Diggins wünscht ZIR alles Gute nachträglich und freut sich auf weiteren Gedankenaustausch.


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins