Ladeeez and Gentlemeeeeeen! Auf geht’s in eine neue Runde Coverclashen. Zum 40. Jubiläumspost zwei besonders nette Versionen eines besonders leergedudelten Liedes. Es ist ja so: Wenn ein Lied besonders gut ist und irgendwann in die Ruhmreiche Halle der “zeitlosen Klassiker” erhoben wird, dann dauert es nicht lange, und es ist absolut totgespielt, auf tausenden von Compilations zu finden und Betrunkene fordern es lautstark vom DJ wenn sie etwas brauchen, was sich einfach mitsingen lässt.

Abhilfe schaffen da nur Coverversionen. Wenn sie gut sind, hüllen sie die Melodie in ein neues Soundgewand und lassen das alte, schon tausendfach gehörte wieder hörbar werden. So auch heute.

A-Seite: Hammond Sound, Motherfucker!

Los geht’s mit Brian Sharp, der allein deswegen schon Sympathien erweckt, weil er ‘73 ein Album rausbrachte, das “plays mainly Hammond” hieß. Der lustig frisierte Brite verwurstet den alten Doors-Schinken in einem reinen Instrumental-Stück, das sehr, seeehr cheesy rüberkommt. Der Hörer kann sich eines leichten Schmunzelns nicht erwehren, aber spätestens wenn zum Refrain die Bläsersektion einsetzt, kann man nicht anders als lostanzen.


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B-Seite: Astrud macht auf sleazy

Völlig anders interpretiert Astrud Gilberto Jim’s Verlangen nach Feuer. Sehr geiles, smoothes Bossa Dingen, das mich an die alten Black Emanuelle Filme romantische Nächte an den Stränden Rios erinnert. Auf jeden Fall Musik für spät nachts, Grillengezirp und Mojitos (oder was sonst noch rumsteht), zu der man, wenn überhaupt nur seeeehr eng tanzen kann.


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Unterm Strich

Mann, das ist schwer. Brian Sharp wird der Intention des Originals ein “Feuer” anzuzünden zwar im ersten Augenblick gerechter, aber Frau Gilberto haucht einfach so unwiderstehlich mit ihrem portugiesischen Akzent, dass die Entscheidung ganz knapp zu ihren Gunsten ausfällt. Mag daran liegen, dass ich ein Mann bin. Mag daran liegen, dass ich verliebt bin. Aber ich habe nie behauptet, objektiv zu sein, oder?

Yours truly

Dr. Diggins