Über meine Einstellung zur Melancholie habe ich ja bereits philosphiert wie ein Rohrspatz. Ähnlich verhalten sich meine Gefühle gegenüber der Nostalgie. Ein bittersüßes Abschweifen in alte Zeiten, das ist wirklich eine feine Sache.
Gerne schwelge ich z.B. in Erinnerungen an die Fernsehwelt der 50er und 60er Jahre. Versteh’ mich nicht falsch, ich liebe meinen meinen iPod und meine elektrische Zahnbürste. Doch die magische Wirkung großer Samstagabendshows, die ganze Familien vor den Heimgeräten versammelten, hat mich seit je her fasziniert.
Um dem Alltag zu entfliehen, gibt es daher nicht schöneres als sich in die Rolle des Koteletten-behangen Showmasters zu träumen. Und was trägt einen da besser in den fiktionalen Höhenflug als die passende Musik. Der Sound von Ray Conniff scheint wie gemacht für diese Art des Retro-Tagtraums. Ray Conniff ist der Mann, wenn es um kitschige Orchesterinstrumentalversionen geht. Dicke Bläsersektionen und weibliche Wirbelchöre waren seine unverkennbaren Markenzeichen. Also dreh’ auf das Tape und versetz’ Dich in Stimmung! *Schnipp*
Samstag abend. Bester Sendeplatz. Die Nation sitzt elektrisiert vor der Röhre. Das Studio-Publikum wurde bereits durch den Koteletten-behangen Studioanheizer in extatische Zustände versetzt. Und dann Dein Auftritt. Du tanzt zum Intro die ca. 120 Meter lange Neon-Broadwayshow-Treppe runter. Verdammt noch mal das ist Dein Lied! Hausfrauen, Teens und Familienväter mit niedrigem Blutdruck brechen in blinder Euphorie vorm Volksempfänger zusammen.
Versuchs’ doch mal. Hol’ Dein Rudi-Carell-Lächeln raus und lass es krachen…
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Yours truly

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[…] für TV-Romantik! Ich philosphierte bereits an anderer Stelle über die Fernsehwelt der 60er Jahre. Doch auch andere Jahrzehnte haben schöne Töchter. Immer […]