Aaah, Paris. Stadt der Liebe, der Mode, und für mich persönlich die Stadt, in der ich am häufigsten aus Oben-ohne-Bars geworfen wurde. Schuld war Claudette, ein besonders hochprozentiger Cocktail, der aus Cidre, Weißwein und irgendetwas gelblichem zusammengemischt wurde, und unter den Bohémiens sehr beliebt war. Es genügten 8-10 Gläser davon, und man benahm sich wie ein pubertierender Japaner auf dem Oktoberfest. Schlimme Dinge sind passiert, meine Freunde, schlimme Dinge.

Genau erinnern kann ich mich nur an eine einzige Geschichte, von der ich noch ein Souvenir habe. Ich hatte mich in eine der Tänzerinnen des Etablissements, das meine “Freunde” (Typen, die mich auf dem Boulevard um Feuer gebeten hatten) und ich besuchten, bis über beide Ohren verliebt (sie hatte sich halbnackt auf meinen Schoß gesetzt und mit den Zähnen einen gefälschten 18-Dollar-Schein aus meinem Hemdkragen gezogen, aber warum nicht mal an Liebe auf den ersten Blick glauben?).

Unfähig zur korrekten Beurteilung der Lage (verdammte Claudette!), rannte ich ins nebenstehende Tattoo-Studio und ließ mir den Namen der Tänzerin an eine intime Stelle stechen. Ich wusste ihren Namen nicht einmal! (Bis heute weiß ich nicht genau, was da steht, ich habe nämlich Rücken und kann’s im Spiegel deswegen schlecht sehen.) Als ich 2 Stunden später zurückkam, zu ihr auf die Bühne stürmte und ihr den Liebesbeweis auf meinem nackten Arsch entgegenreckte, passierte das, was mir in Pariser Nachtklubs immer passierte. Ich flog raus.

Das heutige Tape ist eine Ode an diese Stadt, wie man sie nur mitbekommt, wenn man frühmorgens um 5 verkatert und mit einem Verband am Hintern nach Hause läuft. Untermalt mit einer fidelen Querflöte und einem sehr eingängigen Basslauf. Vive la France!

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Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins