Musik hat im Grunde die gleiche Entstehungsgeschichte durchgemacht wie der Mensch. Alles, was wir heute an Musik zu hören bekommen können, ist evolutionär gewachsen und hat sich durch Mutationen aus bereits vorhandenen Musikstilen entwickelt. Mando Diao gäbe es nicht ohne die Beatles, Erykah Badu gäbe es nicht ohne Nina Simone und Bon Jovi gäbe es nicht ohne läufige Katzen, die man kopfüber in die Speisekammer hängt. Ob bewusst oder unbewusst, alle Musikanten der heutigen Zeit haben einen Paten, der vor 50, 60, 70 Jahren den Grundstein für ihren Sound gebastelt hat. Aber das ist ja eigentlich alter Käse und nichts liegt mir ferner, als mich in Allgemeinplätzen zu verlieren.

Für wen der Interpret unseres heutigen Tapes alles den Weg geebnet hat, entzieht sich auch den Schätzungen der größten Musikkenner. Angeblich hat Lee Denson niemand geringerem als Elvis das Gitarrespielen beigebracht. Warum ihn heute keine alte Sau (Entschuldigung) kennt, ist und bleibt mir vollkommen unverständlich. Er ist außerdem der erste, der meines Wissens das Verb diggen im heute gebräuchlichen Kontext gebraucht hat. Allein dies ist eine Gedenkstätte, einen Guinessbucheintrag oder zumindest eine verdammte Wikipediaseite wert. Man reiche Petitionen ein, man kette sich nackt an den Petersdom oder man schreibe zumindest einen gesalzenen Brief an jemanden, den man für Verantwortlich für diesen Missstand hält.

Ach ja: einen dicken Schmatz an S.K. aus W. am M., ohne die ich Lee Denson auch nicht kennen würde. Schande über mein Haupt.


Tape als MP3

Yours truly

Dr. Diggins